Sonntag, 24. September 2017

Die schönen Seiten des Älter werdens - Blogparade


Diesen Post hätte ich mit Anfang 50 nicht geschrieben. Als sich die ersten Anzeichen des Älterwerdens bemerkbar machten, ich plötzlich zum Lesen eine Brille brauchte, Hitze nicht nur im Sommer spürbar war und schlaflose Nächte nichts mit einem ausschweifenden Leben zu tun hatten, war ich mir der schönen Seiten keineswegs bewußt. 


50plus-bloggerin
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Im Gegenteil, ich haderte
  • mit meiner Figur. Fünf kg zuviel dachte ich damals, heute hab ich 10 mehr und die Welt geht nicht unter.
  • Mit meiner Frisur - Haarverlust! Ich hab mir in Gedanken schon eine Perücke ausgesucht - platinblonder Bob! oder mit einem Kopftatoo anstatt Frisur geliebäugelt. 
  • mit mir im Allgemeinen und ging damit mir und meinen Lieben ganz schön auf die Nerven.


Wann hat sich das geändert?

So genau lässt sich das nicht festmachen. Das Bloggen hat auf jeden Fall damit zu tun. Es brachte mich dazu, genauer hin zuschauen. Ein Foto sagt mehr als der Spiegel. Dabei stellte ich fest, ich seh ja gut aus, auf manchem Bild besser als mit 30 oder 40, Und ich seh auf jeden Fall besser aus, wenn ich gute Laune habe. Das Hadern macht kein hübsches Gesicht und keine strahlenden Augen. 
 
Ich achtete mehr auf mich. Wurde meinen Mutti-Look los, der ganz niedlich aber langweilig war und hatte mit dem Bloggen so viel um die Ohren, dass mir gar keine Zeit mehr blieb an mir rumzumäkeln. Dass ich dadurch eine ganze Clique wunderbarer Frauen kennen gelernt habe, die es verstehen, das Leben in jedem Alter zu genießen, hat sicher wesentlich zum Sinneswandel beigetragen.


Wie zeigen sie sich, die schönen Seiten des Älterwerdens?

 

nachdenklicher-teenager


Ich geh meinen Weg


Ich war ein schüchternes Kind, ein scheuer Teenager, eine zurückhaltende Frau, keine  Kämpferin, keine Amazone, keine, die ihr Herz auf der Zunge trägt. Aber eins wusste ich bei aller Unsicherheit genau. Ich muss das tun, was mein Herz, mein Verstand und mein Bauch mir sagen. Ich muss meinen Weg finden und ihn gehen. Heute, mit fast sechzig, weiß ich, dass es mir gelungen ist.

Manchmal war der Weg steinig und steil, machmal musste ich ihn alleine gehen, viel öfter aber war es ein Wandern durch sonnige Wiesen in willkommener Begleitung, mit einem Lied auf den Lippen und Wind in den Haaren. 



sonnige-wiese-im-sommer

Auch wenn ich nicht mit materiellen Gütern gesegnet bin, keine Karriere gemacht habe, mein Freundeskreis überschaubar klein ist, ich nicht die große weite Welt bereist habe, habe ich ein gutes und erfülltes Leben gehabt und hab es immer noch. 

Darauf bin ich stolz.



Ich weiß was ich kann


Ich bin dankbar für das, was ich erleben durfte, für Gutes und Schlechtes. Ja auch für letzteres, denn genau das hat mich oft weiter gebracht. Die Hürden die ich nehmen musste geben mir heute die Gewissheit, dass ich zum Glück nicht viel an äußeren Dingen brauche. Nur meinen Mann, meine Kinder, Freunde und einen Platz zum Leben. Alles andere gibt
sich. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit wenig auskomme, dass es die kleinen Dinge am Wegrand - auch im übertragenen Sinne - sind, die mir Freude bereiten. Das gibt mir die Sicherheit auch in einer finanziell ungewissen Zukunft irgendwie über die Runden zu kommen. 


spaetsommer-im-naturnahen-garten

Früher hätte ich diese Liste mit Gesundheit ergänzt. Seit ich krank bin, weiß ich, dass ein gutes Leben auch mit der Krankheit möglich ist. Sie hat nur Macht über meinen Körper, nicht über meinen Kopf. Ich hoffe, dass das so bleibt. 


Ich bereue nichts


Auch wenn ich intensiv nachdenke, fällt mir nichts ein, was ich wirklich bereue.

Natürlich hab ich jede Menge Fehler gemacht, habe Menschen, die mir teuer sind, verletzt, habe in falsche Dinge investiert und mich mit Menschen, die mir nicht gut getan haben, umgeben. Es ist menschlich, Fehler zu machen, ich verzeihe sie mir. So mancher Fehler hat mich letztendlich weiter gebracht. Weil ich aus ihm gelernt habe oder weil er mir die Chance gab, ihn ins Gegenteil zu verkehren.

Es ist oft eine Frage der Perspektive. Diese zu wechseln haben mich die Jahre gelehrt.
Wenn ich eine Situation als unangenehm empfinde, frage ich mich, ob ich sie ändern kann. Kann ich sie nicht ändern, versuche ich eine positive Seite daran zu finden, noch besser zwei. Wenn ich mich auf diese guten Seiten fokusiere, haben die negativen bald keine Macht mehr über mich.

Ich hatte meinen künftigen Ruhestand gut geplant. Mit einem kleinen Wohnwagen wollte ich Europa bereisen, die Türkei , vielleicht sogar bis in den Iran. Ich wollte Orte wieder sehen, an denen ich gerne war und neue entdecken. Dieser Plan hat sich erledigt, ich werde nicht mit zittrigen Händen einen Wohnwagen rangieren. Zunächst tat mir das leid
Jetzt denke ich, dass es eine Chance ist, Orte kennen zu lernen, auf die ich ohne gesundheitliche Einschränkungen, kein Augenmerk gerichtet hätte: Orte, die es Wert sind entdeckt zu werden. Orte, die mit Überraschungen aufwarten. Darauf freue ich mich.


Ich bin eigensinnig

Es gab immer mal wieder Menschen, die versuchten, mich zu ändern. Mal indem sie mir suggerierten, dass ich mein Potential nicht ausschöpfe, mal indem sie mir Egoismus vorwarfen. In ihre Schranken gewiesen habe ich sie zu selten.  

 

ich-bin-ich-schon-immer



Ich fragte mich immer, mit welchem Recht, tun sie das. Es ist an mir mein Potential zu erkennen und so einzusetzen, wie ich es für mich für gut und richtig halte.

Ein gesundes Maß an Egoismus trägt zudem ungemein zu meinem Wohlbefinden bei, warum sollte ich ihn mir versagen?

Ich schau nach vorne und zurück

Das Älter werden hat es mit sich gebracht, dass ich mit Stolz zurückblicken, ohne Reue und voller Neugier in die Zukunft schauen und währenddessen meinen Eigensinn kultivieren kann. 

Ich bin noch immer schüchtern und zurückhaltend und manchmal hadere ich mit meinem Aussehen und gar nicht so selten versuchen andere mir zu sagen, was ich an meinem Leben ändern sollte. Der Unterschied zu früher ist, es macht mir nix mehr aus. 


Ich bin ich und ich bleibe ich

Und im Älter werden wird das, was versucht hat mir einen Stempel aufzudrücken, mich in eine Schublade zu legen,  mich mit dem Strom schwimmen hieß, immer unbedeutender. Dafür werde ich immer mehr ich selber. Das und die Gewissheit, dass dieser Prozess weiter geht, sind das beste daran. 




Das ist mein Beitrag zu Ines' Blogparade "Die schönen Seiten des Älter werdens".
Die großartigen Posts der anderen anderen Teilnehmerinnen haben mich durch die Woche begleitet. Es war spannend ihren Gedanken zu folgen, ihre Geschichten zu lesen, ihre Freude zu teilen. Eine wunderbare Sonntagslektüre, lasst sie Euch nicht entgehen.

Danke, Ines, für diese großartige Aktion.  
Ich bin davon überzeugt, dass auch Männer die guten Seiten des Älterwerdens kennen. Vielleicht schreibt mir der eine oder andere seine Sicht in einem Kommentar.  

Montag, 11. September 2017

Und plötzlich ist der da

...der Herbst. 
Und mit ihm eine gewisse Wehmut, ein Erinnern an längere, wärmere Tage.



brachfläche-herbst-augsburg-092017


Aber auch ein Aufatmen, dass die Hitze vorbei ist 


sonnenhut-feld-im-herbst-092017


und Freude, dass sich Garten und Natur noch einmal aufs schönste schmücken, 
bevor sie Winterruhe halten. 


herbst-im-garten-092017



 Ich mag die bunte Pracht, die der Herbst uns bringt 



verblühte-schönheiten-herbst-092017


und ich mag die Melancholie, und dass er uns gemahnt, dass alles einmal vergeht 



hagebutte-rot-herbst-092017

und gleichzeitig sein Versprechen, dass es eine Zukunft gibt. 



50plus-genießt-den-herbst-092017

Ich war ein Sommerkind, lange Zeit. Je heißer es war, desto lebendiger habe ich mich gefühlt. Das ist nun anders. Vielleicht, weil ich selbst auf den Herbst des Lebens zugehe. Ich genieße es, dass es kühler ist. Ich freue mich über den Wind. Den Regen mag ich nach wie vor nicht, aber ich schätze, was er für uns tut und ich bin gerne nach dem Regen draußen, wenn es nach nasser Erde und faulem Laub riecht und die Tropfen, wie Schmucksteine, auf den Blättern glitzern. 



herbst-look-50plus-cord-und-wolle

Zum Glück reicht es noch, eine Jacke über zu werfen. Diese Herrenjacke aus Cordsamt, hab ich für Herrn U. im Sozialkaufhaus entdeckt. Leider, oder zum Glück für mich, sind ihm die Ärmel zu kurz. Ich krempel sie einfach auf. Weil sie sehr weit ist,  kann ich gut einen dicken Pulli drunter tragen. Außerdem hat sie vier große Taschen, was mir die Handtasche erspart. 



herbstlook-50plus-stiefel-rock-und-cordjacke

Ich hab sicher schon mal erwähnt, dass ich neben Sandalen am liebsten Stiefel trage. Diese kurzen Chelsea-Boots gerne auch zu Röcken und Kleidern. Den karierten Wollrock hab ich letzten Winter schon mal gezeigt. Er ist oft die Basis für einen Herbst-Winter-Büro-Look, der meist aus Rock, Pulli und Stiefeln besteht. 



herbst-samenhülle-

Ist sie nicht fantastisch diese Samenhülle? 
Alt und vertrocknet und doch wunderschön. 

Würde es uns je in den Sinn kommen, sie mit einer reifen Birne oder einer Rosenknospe zu vergleichen? Wohl nicht. Sie ist einzigartig.

So wie wir. 

Eine Blogparade zu den  "schönen Seiten des Älterwerdens" gibt es bei Ines ab nächsten Sonntag eine ganze Woche lang. Welche das für mich sind, werde ich Euch am 24.09. erzählen und bin gespannt, welche die anderen Teilnehmerinnen zeigen werden. Schaut doch mal vorbei!




 








Sonntag, 3. September 2017

Stadt, Land, Fluß im August

Dieser Sommer hatte was von Kindheitssommer. Er war lang und heiß, ab und zu von Wärmegewittern unterbrochen und er schien kein Ende zu haben. Genießen konnte ich ihn vor allem am Wochenende und am Abend im schattigen Garten und im kühlen Wald. Die heißen Tage im unklimatisierten Büro waren weniger schön. Da das eine aber nicht ohne das andere geht, beklage ich mich nicht. Es war ein Traumsommer und bevor ich mich nun auf einen farbenprächtigen Herbst freue, gibt's noch einen kurzen Rückblick

Neues aus dem Überraschungsgarten  

 

Da es mehrmals in der Woche heftig regnete - vor allem Nachts - war der Garten auch im August üppig grün.


eine-einzelne-rote-tomate-war-die-ernte

Die Tomaten mögen die schattige Terrasse nicht,
zwei von der Sorte durften wir ernten, immerhin. 


kleine-sonnenblume-vor-dem-aufblühen

Sonnenblumen blühen nach und nach im ganzen Garten auf, 
überall wo die Vögel die Samen fallen liesen. 



rotkehlchenkind-freut-sich-in-der-sonne

Überhaupt die Vögel, es werden immer mehr. Sie scheinen sich bei uns sehr 
wohl zu fühlen. Das kleine Rotkehlchen hier, ist inzwischen ausgewachsen 
und besucht uns jeden Abend auf der Terrasse. 


draussen-essen-macht-spass

Fast jeden Abend saßen wir draußen, von den Vögeln und
 Mäusen und ab und zu vom Igel besucht. 



abendspaziergang-durch-die-wiesen-am-fluss


 Nach dem Essen und bevor die Sonne unterging,
reichte es oft noch für einen Spaziergang. 


Sommersonntag in der Stadt

 

Ganz selten waren wir im Sommer in der Stadt. Dabei kann ein Bummel durch die sommerlichen Gassen, durchaus Ferienstimmung aufkommen lassen.


augsburger-dom-sonntag-nachmittags

Der Platz vor dem Dom liegt verschlafen in der Sonne, 


teichspiegelung-im-augsburger-hofgarten

  Der Hofgarten gehört denen die rundherum wohnen,
Kinder planschen im Brunnen,
Hummeln summen,
 und auf dem Rasen wird gepicknickt 


mein-fotograf-im-einsatz

Mein Fotograf entdeckt neue Motive 
 

wurzeltier-fabelwesen-an-der-augsburger-stadtmauer
 
und friedlich macht ein Fabelwesen 
an der Stadtmauer seinen Mittagschlaf
geblümte-hose-und-petrolfarbenes-pannesamt-shirt-mit-schösschen


 

kleiner-garten-vor-dem-fenster


In einem schmalen Durchgang  
lenkt ein zauberhafter  Fenstergarten 
den Blick nach oben

graffiti-an-grauer-wand-und-ein-sommerliches-outfit

und an kahlen Mauern lassen die Freunde der Sonne
Ihrem kreativen Tun freien Lauf. 


spätsommerlook-pannesamt-und-blumenprint

 

Blümchen auf Hosen

 

Über mein Outfit schreibe ich heute nur, dass ich geblümte Hosen mag. Sie sind aus meinem Kleiderschrank nicht wegzudenken. Ich mag sie eng und weit, im Sommer und im Winter.
 
Mit dem Pannesamt-Shirt wird es schon fast ein herbstlicher Look, auf jeden Fall auch im Herbst noch tragbar.


Der silber-graue Sack ersetzt mir die Handtasche und läßt mir die Hände frei zum Fotografieren.

Warum ich nicht mehr zum Outfit schreibe? Wenn ich's lobe, muss ich diesen Post womöglich mit Werbung betiteln, obwohl die Sachen von mir gekauft sind und das meiste davon schon vor längerer Zeit. Ich werde also meine Zunge, beziehungsweise meine Finger, in Zaum halten und nur noch wenig und schon garnichts lobhudelndes über meine Outfits schreiben. 


Wo's her ist, ohne Wertung, sag ich Euch trotzdem:
Hose von promod (mindestens 4 Jahre alt)
Top von Mang
Sandalen (aus dem Fundus, auch mindestens 4 Jahre alt) 
Silbersack - Grande Vita (Wohn- und Dekoladen bei mir um die Ecke) 
Sonnenbrille von Vogue (auch schon älter)
Kamera Canon EOS 1300 D 

Die Bilder sind teilweise von mir, teilweise von Herrn U., nur ein paar davon mit der neuen Kamera gemacht. Es ist gar nicht so einfach mit einer guten Kamera gute Bilder zu machen, stelle ich gerade fest. Aber es macht Spaß damit zu üben.

 

pannesamt-und-blumenprint-hose-für-den-sommer-in-der-stadt



Es war ein wenig still hier in letzter Zeit. Das wird sich in Kürze  nicht ändern. Ich bin nur noch bedingt multi-tasking-willig. Am Besten geht es mir, wenn ich mich auf eins konzentriere. Da ist der Garten, der jetzt im Herbst Aufmerksamkeit will, da ist die neue Kamera, die ausprobiert wird, da sind Freunde und Familie, denen neben dem Platz im Herzen, Zeit auf der Timeline zusteht und da ist nicht zuletzt ein Vollzeitjob. Ich blogge weiter, gerne und mit Begeisterung und ich freu mich, wenn Ihr mir trotzdem die Treue haltet. 

Wie war Euer Sommer, so im Rückblick?
 
 
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